| |  | Semannsgarn
An Bord der Segelschiffe mussten die Matrosen, wenn Zeit war oder Flaute herrschte,
Seemannsgarn spinnen, aus altem Tauwerk dünnes Kabelgarn zum Bekleiden der Trossen und Taue drehen.
Dabei wurden Döntjes (plattdeutsche Anekdoten) und Geschichten erzählt, langatmig, häufig
geflunkert (flunkern = lügen, prahlen) und in der Regel ohne großen Tiefgang. Wenn so ein Seemann
an Land in dieser Weise seine meist nicht der Wahrheit entsprechenden, aber eindrucksvollen
Erlebnisse mit Klabautermännern (Schiffskobolden), Piraten, Meerungeheuern und Kannibalen zum
Besten gab und die Landratten mit großen Augen an seinen Lippen hingen, war er dabei, im
übertragenen Sinne Seemannsgarn zu spinnen.
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- Humor-Wörterbuch, ein nicht ganz
ernst gemeintes Nachschlagewerk von Gernot Firsching
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